Fastelovend Teil 2

„Am Aschermittwoch ist alles vorbei“ - und so endet auch für uns am heutigen Tage eine schöne, wenn auch sicherlich anstrengende Woche im Straßenkarneval.

 

An Wieverfastelovend starteten wir um 8.30 Uhr mit dem Bus von Schönenberg nach Hennef. Nach einem gemeinsamen Frühstück mit der „Geistinger Garde“ begann eine tolle und abwechslungsreiche Tour, die uns sogar bis in die Domstadt führte.

 

Am Freitag spielten wir nachmittags in Hennef, bevor wir im Wirtshaus an Sankt Severin auf der Party des Döörper Elferrates ein kleines Ständchen aufs Parkett legten

 

Den Samstag verbrachten wir bei schönstem Winterwetter im benachbarten Neunkirchen-Seelscheid, genauer gesagt in Hermerath. Traditionsgemäß ließen wir den Tag vereinsintern bei unserer Simone ausklingen. An dieser Stelle möchten wir nicht versäumen, dir, liebe Mini, für die tolle Bewirtung ein ganz großes Dankeschön auszusprechen.

 

„Ob Jamaika oder nit – Fastelovend fiere alle mit“ hieß es am Sonntag auf unserem „Heimspiel“ in Hänscheid. Der Heimatverein Hänscheid hatte sich bei der Organisation wieder viel Mühe gegeben, und so kamen wir ohne Probleme sicher am Schötzhuus an. Lediglich der dann folgende Wetterumschwung mit Schneeregen und Hagel führte bei uns zur sog. „Kneipenflucht“.

 

Den Abschluss der diesjährigen Session verbrachten wir – wie immer – auf dem Rosenmontagszug in Siegburg und im Anschluss bei unserem Musikerkollegen Holger, der an diesem Tage seinen Geburtstag feierte. Auch dir, lieber Holger, danken wir für den ehrwürdigen Abschluss einer tollen und vielfältigen Karnevalszeit.

 

Alaaf und bis zum nächsten Mal!

Fastelovend Teil 1

Alaaf und Fastelovend zesamme!

 

Mittendrin statt nur dabei – sind auch wir seit Anfang Januar. Der Beginn des neuen Jahres steht für uns musikalisch ganz im Zeichen des rheinischen Karnevals. Mit den Staatsen Kääls aus Dattenfeld und der Geistinger Garde aus Hennef haben wir seit dem 5. Januar bereits mehrere Auftritte über die Bühne gebracht - im wahrsten Sinne des Wortes. Von der Veranstaltungshalle Kabelmetall in Schladern über den Saal Wolters in Bröl bis zur Mehrzweckhalle Meiersheide in Hennef war bereits alles dabei. Auch in Hoppengarten und Bourauel legten wir Zwischenstopps ein und feierten ordentlich mit.

 

Auch wenn wir dieses Jahr das Winterfest vom TV 1888 Ruppichteroth e.V. nicht eröffnet haben, war es uns eine besondere Freude, beim Auftritt des Elferrates aktiv mitzuwirken zu dürfen und dem Publikum mit dem Samba „Ahl Säu“ so richtig einzuheizen.

 

Wie schon in den vergangenen Jahren, hatten wir eine Menge Spaß im Sitzungskarneval. Nunmehr freuen wir uns sehr auf das kommende lange Wochenende, das für uns an Wieverfastelovend mit mehreren Auftritten gemeinsam mit der Geistinger Garde beginnen wird. Ein Highlight wird wie jedes Jahr unser Heimspiel, der Hänscheider Zoch, am Karnevalssonntag sein. Wir freuen uns darauf, an diesem Tag viele alte bekannte Gesichter zu sehen!

Eine Döörper Weihnachtsgeschichte

Der Junge winkte seiner Großmutter zum Abschied und zog die schwere Holztür des gemütlichen, in die Jahre gekommenen Fachwerkhauses hinter sich zu, die mit einem lauten Knarzen ins Schloss fiel. Er sprang die einzelne Stufe vor der Tür herab und hüpfte seiner Mutter hinterher, die bereits vorgegangen war und nun langsam die Einfahrt bis zum Auto hinunter schlenderte. Als er bei seiner Mutter angelangt war, zog er ihr wild und aufgeregt am rechten Ärmel ihres langen Wintermantels, während er mit der anderen Hand zum wolkenbedeckten Himmel hinaufzeigte.

„Guck mal Mama, guck mal“, forderte er seine Mutter begeistert auf, „es fängt ja an zu schneien“.

„Das sehe ich, mein Schatz“, erwiderte die Mutter mit einem Lächeln. „Dann los jetzt, ab ins Auto, damit wir nach Hause kommen, bevor der Schnee stärker wird. Papa müsste auch schon da sein und wartet sicher auf uns“.

 

Zu Hause angekommen stürmte der Junge zur Haustür hinein und sprang seinem Vater, der das Auto die Einfahrt hinauffahren gesehen hatte und im Flur wartete, in die Arme.

„Ah, da ist ja mein Großer“, guckte der Vater den Jungen stolzen Blickes an. „Papa, stell dir vor, es hat angefangen zu schneien, endlich! Können wir morgen Schlitten fahren? Können wir bitte?“ überschlug sich der Junge fast vor Freude. „Hm?“, erwiderte der Vater mit ernster und zugleich amüsierter Miene, „das kommt darauf an, wie fleißig Goldmarie heute Nacht noch ist“. Der Junge guckte ihn fragend an. „Ist das die aus dem Märchen von gestern Abend?“. „Gut aufgepasst, mein Sohn“, nickte der Vater dem Jungen mit hochgezogenen Augenbrauen zu und lächelte dann seine Frau an, die soeben mit zwei Einkaufstüten in der Hand zur Haustüre hinein kam. Er setzte den Jungen wieder ab, begrüßte seine Frau mit einem Kuss und nahm ihr die Einkaufstaschen ab. „Und du“, wandte er sich wieder dem Jungen zu, „machst dich jetzt mal schnell bettfertig, es ist schon spät. Ich komme jetzt gleich hoch und decke dich zu“. „Ok, Papa“, sagte der Junge, zog seine Schuhe aus, hing seine Jacke über den unteren Pfeiler des hölzernen Treppengeländers und stapfte kopfwackelnd die Treppe hinauf. Nachdem der Vater die Einkäufe weggeräumt hatte, ging auch er nach oben ins Zimmer seines Sohnes, der schon unter die Bettdecke geschlüpft war und setzte sich auf den Rand zu seinem Sohn. „So, und jetzt wird schnell geschlafen, damit du morgen fit bist. Denn wenn es weiter so stark schneit, wollen wir ja früh los. Also, dann träum was Schönes“. Er strich dem Jungen durch die Haare, ging durch das Zimmer und lehnte von außen die Türe an, nachdem er das Licht gelöscht hatte. Der Junge beobachtete noch eine Weile die dicken Schnellflocken durch den mittleren Spalt der zugezogenen Vorhänge, bis er ganz langsam in den Schlaf glitt.

 

Am nächsten Morgen wachte der Junge ungewohnt früh auf, als hätte er es nicht erwarten können, endlich zu sehen, ob sein Wunsch wahr geworden war. Er strampelte mit seinen Beinen und Füßen die Bettdecke zurück und lief hinüber zum Fenster, das an den Rändern stark vereist war. Sein Wunsch war in Erfüllung gegangen. Seine Augen fingen an zu strahlen, als er die weiße Schneedecke sah, die die gesamte große Weide vor dem Haus bedeckte. Er lief die Treppe hinunter und stürmte in die Küche: „Es ist alles voller Schnee draußen“, rief er seinen Eltern entgegen, die in der Küche standen und etwas vorzubereiten schienen. „Das wissen wir, mein Schatz“, lächelte ihn seine Mutter an, während Sie den dampfenden Kakao vom Kochtopf in eine Thermoskanne umfüllte. „Daher schlage ich vor, dass du dich schnell anziehst. Deinen Schneeanzug habe ich dir ins Badezimmer gelegt. Und vergiss nicht, dir die Zähne zu putzen und dir dein Gesicht zu waschen“, ermahnte ihn die Mutter. Aber das bekam der Junge schon gar nicht mehr mit. Er war bereits auf dem Weg nach oben um sich fertig zu machen.

Der Vater öffnete die Terrassentür und machte drei Schritte hinaus. Schon als Kind hatte er das Gefühl und vor allem das Geräusch von unberührtem Schnee unter den Schuhen gemocht. Für ihn war es ein Gefühl von Freiheit und Unschuld. Er durchquerte den Garten und ging zu dem alten Holzschuppen, der noch von seinen Vorfahren in der hinteren Ecke des Grundstücks stand. Die Äste der Obstbäume auf der hinter dem Grundstück gelegenen Weide waren von kleinen und großen Eiszapfen überzogen.

Er ging in den Schuppen und holte einen alten Holzschlitten heraus, den er am Vorabend, nach dem der Junge im Bett war, bereits auf Vordermann gebracht hatte. Mit diesem Schlitten verband der Vater viele Erinnerungen. Schon sein Vater und dessen Vater davor waren als Kinder mit diesem Schlitten die Hügel der umliegenden Wiesen und Felder heruntergefahren. Sein Vater war noch im vergangenen Winter mit dem Jungen auf eben diesem Schlitten gefahren, bevor er ganz plötzlich und unerwartet verstarb.

Er schloss den Schuppen zu und ging über die Wiese um das Haus herum. Seine Frau und der Junge warteten bereit an der Haustür auf ihn. Die Frau trug einen geflochtenen Korb in ihrer linken Hand, in dem sie den liebevoll vorbereiteten Proviant verstaut hatte. „Dann kommt“, rief der Vater, während er seiner Frau im Vorbeigehen den Korb abnahm und durch den hohen Schnee zum Eingangstörchen stapfte. So machten sie sich auf den Weg zu einer etwa 15 Gehminuten entfernten Wiese, an der man sich Winter für Winter zum Schlittenfahren traf. So war es immer schon gewesen. Auf dem Weg dorthin trafen sie auf weitere Familien, die wohl das gleiche Ziel verfolgten.

Am oberen Ende der Wiese angekommen, stellte der Vater den Schlitten quer an den Waldrand. Er nahm darauf Platz, blickte von der einen zur anderen Seite und atmete tief durch. Nur noch selten fand er den Weg die Wiese hinauf, auf denen er als Kind zahlreiche Abenteuer erlebt hatte. Doch immer wenn er dort war, genoss er den herrlichen Ausblick. Das Dorf lag talwärts der Wiese. Der Kirchturm ragte über den alten Fachwerkhäusern empor. An sonnigen, klaren Tagen konnte man noch viel weiter gucken, als es an diesem Tage möglich war. Der Ausblick erinnerte ihn daran, warum er genau dort und nirgendwo anders mit seiner Familie lebte. Er wollte seinem Sohn die gleiche wunderbare Kindheit bescheren, die er selber auch genießen durfte. Es war Heimat.

 

Die Frau hockte sich neben den Korb, der auf dem Boden stand, holte eine Tasse heraus und gab sie dem Jungen. Sie griff nach der Thermoskanne, schraubte den Verschluss auf und goss dem Jungen den heißen Kakao in die Tasse. Sogar durch die dicken Handschuhe konnte er die Wärme der Tasse spüren. Als er den letzten Schluck genommen hatte, stupste der Vater ihn mit dem Ellenbogen an. „Na, wie sieht es aus? Wagen wir die erste Runde“? „Oh ja“, freute sich der Junge und stand auf. Der Vater nahm den Schlitten und zog ihn einige Meter vor. Der Junge setzte sich ganz vorne auf den Schlitten, so dass sein Vater hinter ihm noch Platz hatte. Als der Vater neben ihm Stand und ebenfalls Platz nehmen wollte, schaute der Junge ihn mit großen Augen an. „Ich wünschte Opa wäre hier und könnte mitfahren“.  Der Vater schloss für eine Sekunde die Augen und atmete tief durch. Er hockte sich neben seinen Sohn und schaute ihn an. „Ich weiß, das wünsche ich mir auch. Aber weißt du was? So lange du an Opa denkst, ist er immer bei dir.“ Er fasste seinem Sohn ganz leicht auf die Brust. „Und zwar hier, tief in deinem Herzen. Denn er passt auf dich auf! Und bevor die Piste gleich richtig voll wird lass uns mal schauen, ob der alte Schlitten hier noch vernünftig läuft“. Er nahm hinter seinem Sohn auf dem Schlitten Platz, lehnte sich nach vorne und stieß sich mit seinen Füßen mehrmals kräftig vom schneebedeckten Boden ab, bis der Schlitten richtig Fahrt aufnahm.

 

Die Frau stand oben am Waldrand und schaute dem Schlitten noch lange Zeit mit einem Lächeln nach. Es war der Blick einer zufriedenen, einer glücklichen Frau. Einer Frau, in deren Leben es alles gab, von dem sie jemals geträumt hatte. Einer Frau die wusste, dass das alles nicht selbstverständlich war und dass sie großes Glück gehabt hatte.

 

Und für den Jungen war es jetzt schon das schönste Weihnachten aller Zeiten– auch wenn das Christkind noch keine Geschenke unter den Weihnachtsbaum gelegt hatte.

 

Der Bröltaler Musikverein wünscht Euch und Euren Familien ein frohes, besinnliches Weihnachtsfest und einen guten Rutsch ins neue Jahr!

 

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